Häufige Fragen
Kurze Antworten auf das, was Eltern am meisten beschäftigt.
Kann ich einfach alles sperren?
Bei 6- bis 10-Jährigen: ja, das ist sinnvoll und wird akzeptiert. Ab etwa 12 nur mit Einverständnis des Kindes, sonst wird die Sperre umgangen (Zweitgerät, Handy von Freunden, Werksreset) und das Kind lernt nichts. Besser: Regeln gemeinsam festlegen, Technik als Erinnerung nutzen.
Welche App ist die beste Kindersicherung?
Die eingebaute: Bildschirmzeit (Apple) oder Family Link (Google). Beide sind gratis und tief im System verankert. Drittanbieter wie Qustodio, Bark oder Kaspersky Safe Kids bringen Mehrwert vor allem bei Chat-Überwachung, das ist aber eine Vertrauensfrage gegenüber dem Kind.
Mein Kind ist schon auf TikTok. Was jetzt?
Konto auf privat stellen, das echte Alter eintragen (aktiviert Jugendschutz-Standards wie eingeschränkte DMs), Begleiteter Modus (Family Pairing) mit deinem Konto einrichten, und den Feed regelmässig gemeinsam anschauen. Verbieten allein führt zu einem zweiten Konto, von dem du nichts weisst.
Sieht mein Kind trotz Filter Pornografie?
Filter senken die Wahrscheinlichkeit für zufälligen Kontakt drastisch. Wer gezielt sucht, kommt irgendwann dran, spätestens über das Handy eines Freundes. Deshalb: Filter ja, aber das Gespräch darüber, was Pornografie ist und was sie nicht zeigt, ersetzt er nicht.
Was mache ich bei Sextortion?
- Nicht zahlen, keine weiteren Bilder. 2. Kontakt abbrechen, aber nichts löschen (Beweise). 3. Screenshots sichern. 4. Polizei einschalten (Anzeige ist möglich und sinnvoll). 5. Plattform melden; für Minderjährige gibt es Takedown-Dienste wie «Take It Down» (NCMEC). 6. Das Kind nicht bestrafen. Hilfe: Pro Juventute 147, Kinderschutz Schweiz.
Sind Kinderuhren nicht auch Überwachung?
Ein Stück weit, ja. Die Kontakt-Whitelist ist der Kinderschutz-Teil (nur freigegebene Nummern können anrufen). Das GPS ist der Eltern-Teil. Entscheide bewusst, ob du das Tracking brauchst, und sag dem Kind, was die Uhr kann.
Lohnt sich der Swisscom-Familienschutz?
Als Grundschutz fürs Heimnetz: ja, vor allem weil er alle Geräte im WLAN abdeckt, auch Smart-TV und Besuchs-Tablets. Er ersetzt aber nicht die Geräteeinstellungen: Im Mobilnetz und in fremden WLANs greift er nicht.
Ab wann soll mein Kind ein eigenes Smartphone haben?
Fachstellen empfehlen, ab 9–12 gemeinsam zu besprechen, wann ein eigenes Handy Sinn ergibt. Die nationale Initiative «Smartphone-freie Kindheit Schweiz» empfiehlt Smartphone ab 14 und Social Media ab 16. Was der Elternpakt dazu sagt, steht auf der Seite Elternpakt. Wichtiger als die Zahl: Erreichbarkeit geht auch mit Kinderuhr oder Tastenhandy, und die Regel hält nur, wenn viele Eltern der Schule sie teilen.
Gibt es in der Schweiz ein Handyverbot an Schulen?
Noch nicht. Der Zürcher Kantonsrat hat im August 2026 ein Postulat überwiesen, das kantonale Richtlinien verlangt (private Geräte auf dem Schulareal untersagt, schulisch verwaltete Geräte ausgenommen). Der Regierungsrat hat zwei Jahre für einen Bericht. Bis dahin regelt jede Schule selbst.
Ab welchem Alter ist WhatsApp erlaubt?
Laut den Nutzungsbedingungen ab 13 Jahren, wie TikTok, Instagram, Snapchat und Discord. Kontrolliert wird das kaum, Klassenchats gibt es oft schon ab der 3. oder 4. Klasse. Was dann hilft, steht im Thema Klassenchat und Cybermobbing.
Wie viel Bildschirmzeit ist für Kinder in Ordnung?
Fachstellen wie Pro Juventute und Jugend und Medien empfehlen: unter 3 Jahren kein Bildschirm, von 3 bis 6 Jahren wenig und gemeinsam, von 6 bis 9 Jahren höchstens etwa 60 Minuten am Tag, von 9 bis 12 Jahren 60 bis 100 Minuten. Wichtiger als die Minuten sind Inhalt, Begleitung und Regeln. Mehr unter Gesetze und Empfehlungen in der Schweiz.
Ab wann darf mein Kind Social Media nutzen?
Ein gesetzliches Mindestalter gibt es in der Schweiz nicht (Stand Oktober 2026). TikTok, Instagram und Snapchat sind laut ihren Nutzungsbedingungen ab 13. Der Elternpakt und die Initiative «Smartphone-freie Kindheit Schweiz» empfehlen eigene Social-Media-Konten frühestens ab 16.
Was ist der Elternpakt?
Eine Abmachung unter den Eltern einer Schule: kein eigenes Smartphone während der Primarschule, eigene Social-Media-Konten frühestens ab 16, und die Eltern halten sich gegenseitig den Rücken frei. Die Eltern tragen sich auf der Seite ihrer Schule ein, sichtbar ist nur die Zahl der Familien. So muss keine Familie allein dagegenhalten. Mehr zum Elternpakt