Cybergrooming und Sextortion
Kein Filter erkennt eine Beziehungsanbahnung. Hier hilft nur, dass dein Kind weiss, was passieren kann, und dir alles erzählen darf.
Aktualisiert am 01.11.2026
Kurz gesagt: Beim Cybergrooming bauen Erwachsene online Vertrauen zu Kindern auf, oft als Gleichaltrige getarnt, und fordern später Bilder. Bei Sextortion wird mit solchen Bildern erpresst. 32 % der 12- bis 19-Jährigen wurden online schon von Fremden mit sexuellen Absichten angesprochen (JAMES 2024). Dein Kind muss wissen: Es ist nie schuld, es zahlt nie, schickt keine weiteren Bilder und sagt es sofort einem Erwachsenen.
Die Lage in der Schweiz
- 2025 hat die Polizei 2742 Cyber-Sexualdelikte registriert (Polizeiliche Kriminalstatistik 2025, BFS).
- 85 % der Betroffenen von Cyber-Sexualdelikten waren unter 20 Jahre alt (Kinderschutz Schweiz 2024, gestützt auf die Polizeiliche Kriminalstatistik 2023).
- 32 % der 12- bis 19-Jährigen wurden in den letzten zwei Jahren online von Fremden mit unerwünschten sexuellen Absichten angesprochen, Mädchen 45 %, Jungen 20 %. 26 % wurden aufgefordert, erotische Fotos von sich zu schicken (JAMES-Studie 2024, ZHAW).
- Bei Sextortion (Erpressung mit Nacktbildern) waren 2025 neun von zehn Geschädigten männlich und fast ein Drittel minderjährig (31,5 %) (Polizeiliche Kriminalstatistik 2025, BFS). Täter verwandeln mit KI auch harmlose Alltagsbilder in Nacktbilder.
Wie Grooming abläuft
- Kontakt in Game, Chat oder Social Media, oft als gleichaltrig getarnt.
- Vertrauen und Geheimnisse aufbauen («Deine Eltern verstehen dich nicht»).
- Wechsel auf eine private Plattform (Snapchat, WhatsApp, Telegram).
- Bitte um Fotos, dann Druck oder Erpressung.
Was dein Kind wissen muss
- Du bist nie schuld. Auch wenn du ein Bild geschickt hast.
- Nie bezahlen, nie weitere Bilder schicken. Kontakt abbrechen, nichts löschen.
- Sofort einem Erwachsenen sagen. Es passiert nichts Schlimmes, wenn du es erzählst.
Was du als Elternteil tun solltest
- Nicht bestrafen, nicht das Handy wegnehmen. Sonst schweigt dein Kind beim nächsten Mal.
- Screenshots sichern, Polizei einschalten, Plattform melden.
- Hilfe: Pro Juventute 147 (für Kinder und Jugendliche), Kinderschutz Schweiz, clickandstop.ch.